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[21. Nov, 17:21] |
Design once – sell everywhere: So könnte das verlockende Credo für die Online-Händler lauten, wenn es darum geht, ihre Shops auf die neuen Bedingungen im Web anzupassen. Doch zurzeit läuft die Umstellung noch schleppend…
Was heißt „Responsive“?
Websites, die sich optimal an das Gerät anpassen mit dem sie aufgerufen werden – so lautet das große Versprechen von Responsive Webdesign, ein Begriff der bereits seit einiger Zeit die Runden macht. Geprägt wurde das Thema übrigens von Ethan Marcotte, der vor zwei Jahren diesen Artikel auf alistapart veröffentlicht hat.
Mittlerweile ist das Thema durch viele Beiträge, Use-Cases und Best-Practice-Beispiele (z.B. mediaqueri.es) im Mainstream des Webdesigns angekommen und auch große Unternehmen sind von der Richtigkeit dieser Philosophie überzeuget: Erst vor Kurzem präsentierte etwa Microsoft ihre von Grund auf neu gebaute Website, die – richtig erraten – 100% responsive ist. (Zum Ausprobieren einfach das Browserfenster kleiner und größer ziehen!)

Dass immer mehr Menschen über mobile Geräte (Smartphones, Tablets) im Internet surfen ist klar. Dass dabei aber auch zunehmend komplexere Dinge erledigt werden als die Öffnungszeiten von diesem einen Restaurant nachzuschlagen belegen genügend Zahlen. So geben 37% aller Smartphone Besitzer in den USA an, in den letzten 6 Monaten ein Produkt damit gekauft zu haben. Amazon erzielte bereits 2010 über 1 Mrd. Dollar Umsatz mit Verkäufen über mobile Geräte, und 40% aller eBay Transaktionen wird mittlerweile über diese abgewickelt.
Und was macht Retail?
Für Online-Retailer ist dieser Bereich also nicht mehr zu ignorieren, und doch ist die Adaptionsrate eher gering. Erst kürzlich bestätigte eine Studie von NTT DATA, dass lediglich 30% der Top 100 Webshops in Deutschland eine mobile Version ihrer Seite anbieten wovon wiederum zwei Drittel nicht responsive sind. Dies führt dazu, dass auf vielen Tablets entweder eine mobile (Smartphone) Version angezeigt wird, oder die normale Website die auch Benutzer eines Laptops angezeigt bekommen – beides Szenarien, die zu einer schlechten User Experience (UX) führen.
Größere Unternehmen setzen noch vermehrt auf native Apps für bestimmte Betriebssysteme (iOS, Android, etc.). Diese gewährleisten zwar eine auf das Endgerät perfekt abgestimmte UX, bringen aber zusätzlichen Verwaltungsaufwand mit sich und müssen ständig an Veränderungen in den jeweiligen Ökosystemen angepasst werden.

Der Hauptgrund für die schleppende Umsetzung von Responsive Webdesign auf Onlineshops ist einfach zu erklären: Die Webshop-Systeme sind über Jahre gewachsen und ausgebaut worden, so dass die Unternehmen mittlerweile vor sehr komplexen Problemen stehen, wenn die Systeme insgesamt neu ausgerichtet werden sollen. Gegenüber den Platzhirschen im eCommerce haben also vor allem kleinere Unternehmen einen klaren Vorteil, weil sie agiler sind und weniger Ballast mittragen.
Fazit
Ein Umdenken und Umsetzen wird aber irgendwann bei allen Retailern nötig sein, die auch im Internet ihre Waren feil bieten. Und je früher man damit loslegt, desto eher kann man sich im deutschsprachigen Raum noch als Early Adopter platzieren und der Konkurrenz vorauseilen.
Weiterführende Links:
Präsentation über Responsive eCommerce; Englisch
Studie „Modern E-Commerce“ von NTT DATA
Beispiel für deutschen responsive Onlineshop |
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