Johannes Wigand Kommentar verfassen
Alexander Stocker (Gast) meinte am [7. Apr, 11:24]
Wie messen wir Produktivität?
Guter Beitrag mit Hinweisen auf die jeweils durchgeführten Studien. Das Problem liegt im Verständnis von Produktivität: Viele Unternehmen denken dabei (noch) nur an Zeit: 8h am Arbeitsplatz = 8H produktiv. Das mag vielleicht einmal für manuelle Arbeit gegolten haben. 8h Arbeit - 5 Minuten Facebook = 7h 55 Produktivität, ergibt 5 Min Produktivitätsverlust der kostet: Mal ganz ehrlich, warum gibt es (noch) so viele Entscheider, welche in derart alten Strukturen denken? Johannes Wigand antwortete am [7. Apr, 14:50]
Produktivität
Sehr guter Punkt. Genau deshalb ist es so wichtig Unternehmen verständlich zu machen, dass es bei Produktivität um viel mehr geht als um Zeit. Dazu eine weitere gute Studie (diesmal aus Kopenhagen), die zu dem Schluss kommt, dass Ablenkung/Entspannung zwischendurch schlussendlich produktiver macht: http://www.newyorker.com/talk/financial/2011/04/11/110411ta_talk_surowiecki Frank Hübner (Gast) meinte am [14. Mai, 17:07]
Das sind doch alles die falschen Fragen
Meine Meinung:1. Ist die Arbeitsmoral schlecht, ist nicht Facebook schuld. 2. Wird Facebook & Co gesperrt wird eben auf Krone oder sonstwo gespielt. 3. Es wird immer ermittelt wieviel Zeit man auf Social Media PLattformen verbringt, nicht ob die Zeit im Internet generell steigt und was in Social Media gemacht wird. 4. YouTube ist Social Media aber auch die zweit größte Suchmaschine und wird für Recherche und Weiterbildung genutzt. 5. Twitter wird von allen ernstzunehmende Medien und Journalisten als Suchmaschine genutzt. 6. XING wird zur Kundengewinnung und zum Austausch mit Gleichgesinnten genutzt. 7. Wikipedia, bezweifelt dessen Nutzen wirklich noch jemand? ... Ich könnte das unendlich fortführen, aber Tatsache ist, dass 95% aller Unternehmen (meine Schätzung) einfach noch nicht reif für Social Media sind. Das Problem ist, dass sich hierdurch Marktanteile gewaltig verschieben können (Beispiel Blendtec). Die Unternehmen müssen erstmal von dem Trip der Produktivität weg kommen, sich nicht von Unternehmensberatern beraten lassen, die nur Zahlen jonglieren und eigentlich keine Ahnung haben wie man Produktivität erhöht, sondern nur wie man Geld spart und Leute entlässt und lernen, dass man Motivation der Mitarbeiter nicht kaufen kann. Erst wenn die Unternehmen zu modernen Unternehmen 2.0 werden, funktioniert plötzlich auch Social Media. Nicht jeder muss in Social Media aktiv werden, aber ich muß wissen wann wer wo was über mich spricht, meine Mitarbeiter müssen meine Social Media Richtlinie kennen und verstehen und die Führungskräfte verstehen, was deren Vorbildsfunktion ist. Social Media ist ein Teil des ganzen und gehört in klassisches Marketing, PR, Kommunikation und internen Prozessen integriert. Denn es ist kein Tred oder Hype, sondern eine Entwicklung, eine "Evolution" die unsere Gesellschaft hervorgebracht hat und nicht erst 5 Jahre alt ist, sondern mind. 15-20 Jahre. Einige der großen die das nicht verstanden haben werden fallen, ein paar sind es schon. Da ist nicht eine fehlende Social Media Strategie schuld, sondern fehlende Innovation, Weitsicht und ein schlechtes Arbeitsklima. Alle Statistiker sollen mal die Statistiken vergleichen, in welchen es um Umsatzsteigerungen geht (und mit Mitbewerber vergleichen) und gleichzeitig mit der Mitarbeiterzufriedenheit. Gleichzeitig mal die Statistiken der Unternehmen die nach Beratern eingespart haben und mit deren Mitarbeiterzufriedenheit vergleichen. Social Media zu verbieten ist dazu wohl der falsche Weg. Bei den beliebtesten Arbeitgebern findet man bezahlte Freizeit, Wuzzler/Kicker, Flipper, Billiardtische und vieles anderes. Bei den unbeliebten geben die Mitarbeiter das lächeln am Empfang ab, sitzen in Großraumbüros und müssen sich zum "pinkeln gehn" abmelden. Wer ist wohl produktiver? Johannes Wigand antwortete am [16. Mai, 14:14]
Culture Change
Danke für den Kommentar. Ja, es geht eben genau um einen "Corporate Culture Change", nicht einfach nur um eine Frage der Produktivität. Wie bereits zitiert: „Productivity is more about the quality of employees than accessibility to data.“ Und vielleicht sollte man so ergänzen: "And of course quality employees will only work at a quality employer".
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zum Thema ist diejenige von „
Die Vielzahl unterschiedlicher Unternehmenskulturen, die teilweise von Abteilung zu Abteilung schon signifikant voneinander abweichen, und die konkreten Aufgabenfelder von Mitarbeitern erfordern aus meiner Sicht sehr individuelle Vorgehensweisen.
Ob Social Media zum Zeitkiller oder Produktivitätsturbo werden, hängt zudem nicht nur von Unternehmen und der "Zugangsfrage" ab.
Elementar sind an dieser Stelle die individuelle Medienkompetenz und der bewußte Umgang mit der "Multioptionsfalle" Internet/ Social Web. Hier können Unternehmen zwar unterstützen und müssen Führungskräfte punktuell auch führen, aber letztlich hängt der "Produktivbeitrag" für das Unternehmen vom individuellen Verhalten der Mitarbeiter ab. Das gilt übrigens nicht nur für das Social Web.
Ob das Social Web und der freie Zugang im Arbeitsalltag von jedem Arbeitnehmer an jedem Arbeitplatz sinnvoll oder aus Unternehmenssicht zielführend ist, sollte durchaus differenziert betrachtet werden.
Im Dienst twitternde Lokführer, bloggende Krankenschwestern oder "facebookende" Fertigungsmitarbeiter ... kann ich mir nur begrenzt vorstellen?
Und dass einzelne Mitarbeiter in Ihrer Freizeit schon vor dem Social Web als Botschafter ihres Arbeitgebers unterwegs waren, wird in der aktuellen Diskussion genauso (oft) vergessen wie die Frage, ob Mitarbeiter dies überhaupt möchten. Meine Erfahrungen in verschiedensten Projekten zeigen, dass gemäß der 90-9-1-Regel nur die wenigsten aktiv werden.Und - wohl am wichtigsten – der Wunsch nach strikter Trennung von Privat- und Arbeitsleben zu einer immer deutlicheren Entkoppelung von privater und geschäftlicher Social Media Aktivität führen wird. Mitarbeiter möchten auch nicht, dass Ihre privaten Social-Media-Aktivitäten vom Arbeitgeber vereinnahmt werden (im Sinne einer unausgesprochenen Erwartung "Schreib mal was nettes über uns"). Und die explizite Aufforderung an Mitarbeiter als "empfehlender" Social Media Promotor ins Netz zu starten, verbietet sich genauso wie "Fake-Bewertungen" auf Bewertungsportalen.
Dass pauschale Netzsperren in Zeiten von Smartphones ohnehin nur begrenzte Auswirkungen haben, habe ich bereits vor einen Jahr gebloggt: http://blog.ffpr.de/2010/04/22/social-media-verbote-sind-keine-losung/
Nochmals danke für die Zusammenfassung der neuesten Studien.
Beste Grüße nach Österreich
Stephan Fink
Danke auch für den Link, sehr guter Beitrag mit tollen weiterführenden Links!