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knallgrau aktuell

Nationalratswahl 2008 im Internet [6. Aug, 15:09]
Am 28. September ist in Österreich Nationalratswahl. Nachdem Barack Obama in den USA in beeindruckender Manier vorgezeigt hat wie man neue Medien in einem Wahlkampf einsetzen kann, stellt sich die Frage wie weit man damit in Österreich ist? Doch welche Fakten sind über das Internet-Wahlkampfwunder Barack Obama überhaupt zusammenzutragen?

Barack-Obama-Landing-Page-Kampagne

Es gibt zum einen die Kampagnenwebsite - sauberes Design, sehr übersichtlich! Bemerkenswert ist wie stark das Team von Obama das Thema "Content Distribution" betont - die effiziente Verteilung aller Art von Inhalten um das eigene Suchmaschinenranking zu optimieren, und um die potentiellen Wähler dort zu erreichen wo sie sich auch aufhalten. So finden sich die Videos in einem Barack Obama YouTube Channel (mit über 15 Mio Channel views, über 1.000 Videos, über 65.000 Subscribers). Das Team betreibt weiters einen Barack Obama Facebook Account mit über 1,2 Mio Supportern, eine Seite bei MySpace wo er über 440.000 Freunde hat und über 80.000 Kommentare. Alle Fotos der Kampagne von Barack Obama finden sich auf Flickr, mittlerweile knapp 24.000 an der Zahl! Und Barack Obama betreibt einen Twitter Channel mit knapp 54.000 Followern ...

Der Spitzenkandidat der ÖVP Wilhelm Molterer, neuerdings auch mit einem Twitter Feed ausgestattet hinkt hier mit 62 Followern noch massiv hinterher. Auch die Bundes ÖVP betreibt ambitioniert einen ÖVP YouTube Channel aber die knapp über 3.000 Channel Views sind doch sehr ärmlich. Die persönliche Website von Wilhelm Molterer ist hausbacken, handwerklich fehlerhaft und langweilig im Design.

Interessante Berechnungen wie viele Twitter-Follower Wilhelm Molterer eigentlich haben müsste stellt Guiseppe DeBosco an. In Puncto Twitter folgt der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl noch etwas ungelenk auf dem Fuße ...

Katastrophal ist unter anderem die Unterbrecherwerbung mit den unsäglichen Plakaten auf der Website der ÖVP - und weg ist der User ...

Auch Werner Faymann setzt auf YouTube - wie es scheint wollte man in einen offiziellen sponsored Channel doch nicht investieren. Ich bin gespannt bis jemand die Hintergrundgraphik meldet und YouTube/Google einschreitet? Auf den ersten Blick gelungen und überlegt scheint auch die persönliche Website von Werner Faymann. Optisch ansprechend, übersichtlich, in anderen Sprachen für Menschen mit Migranten Hintergrund - alles mit Hand und Fuß.

Kürzlich schrieb auch der KURIER einen Artikel zu diesem Thema und ich durfte zu einigen Fragen rund um Wahlkampf im Internet Rede & Antwort stehen.

Eine spannende Ergänzung zur in Österreich doch recht eintönigen Wahlkampfpropaganda ist Politikblogs.at ein Service von Knallgrau.

Politikblogs-Portal

Mittlerweile aggregiert das Portal über 70 Contentquellen von Parteien und poiltikinteressierten Wählern! Wir laden auch weiterhin Menschen ein Ihre Blogbeiträge zu politischen Themen einzusenden.

Doch neben den Websites der wahlwerbenden Organisationen und den Tageszeitungen - welche neuen Möglichkeiten und Formen gibt es im Web 2.0 um mehr darüber zu erfahren was die Menschen vor dieser Wahl bewegt?

Da wären zum einen die RSS Feeds von relevanten Twitter Searches wie zB RSS Twitter Search Feed "Nationalratswahl". Oder der eines der Spitzenkandidaten? Wird wirklich weniger gestritten? Was gibts noch ...

Neuwal.com
Ein kollaboratives Blog, sehr ambitioniert mit einigen Autoren. Das würde ich im Auge behalten.

Kritikus.at
Der Kritikus ist schon lange dabei und beweist langen Atem, bringt regelmäßig viele Inhalte und immer eine pointierte Meinung. Lesenswert!

Rigardi.org
Georg Pichler gehört auch zu den Altgedienten. Das Blog gehört zu den professionellsten - sowohl inhaltlich als auch in der Gestaltung. Da gibt es keinen Beitrag mal so hingewurstelt.

ZurPolitik.com
Fast schon kein normales Blog mehr, sondern hochwertiges Webzine rund um Politik und Gesellschaft. Wird von Tom Schaffer und Petra Köstinger auf extrem hohen publizistischen Niveau betrieben, ein must read.

Screenshot-ZurPolitik-WebZine

Und manchmal frage ich mich ob den Parteien in Österreich bewußt ist, dass es eine überschaubare Anzahl (250 bis 300) starken Meinungsbildneren im Netz gibt. Es wäre nicht zuviel verlangt diese im Auge zu behalten und wirklich mit diesen ein Gespräch zu führen.

Weniger darauf basierend seine "Botschaften reinzudrücken" sondern mehr um Kritik, Meinung, Idee und Ansatz aufzunehmen und ergebnisoffen zu diskutieren.

Aber das dauert noch eine ganze Weile wie es aussieht und bis dahin verwendet Österreichs Politik welches Tool auch immer um die selbe Message über noch einen Kanal hinauszuposaunen!

Dieter Rappold   Kommentar verfassen
Dieter (neuwal) (Gast) meinte am [8. Aug, 10:07]
Politik, Dialog und 2.0
Danke für den Beitrag über NEUWAL.

Interessant ist der Dialog, den man über Online-Kanäle mit den UserInnen aufbauen kann. Twitter bspw. kann für schnelle Anfragen und schnelles Feedback genutzt werden.

Derzeit werden diese Kanäle jedoch zur reinen eindimensionalen Informationsvermittlung verwendet und das Medium dazu eigentlich Mißbraucht. Das eigentliche Potential - der Dialog - wird nicht berücksichtigt: zB wurde der Bereich der Interaktion auf www.wilhelmmolterer.at derzeit deaktiviert.

http://neuwal.com/index.php/2008/08/07/social-media-ovp-und-dialog/ 
Dieter Rappold antwortete am [13. Aug, 09:58]
Leider!
Ja da habt Ihr vollkommen recht - im Moment werden die Tools als "just another Broadcasting" verstanden obwohl es der erste direkte Feedback Kanal wäre ... Schade drum. Mal sehen was noch wird. 

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