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knallgrau aktuell

News von den Lokalrundfunktagen 2008 in Nürnberg [1. Jul, 21:48]
Am Dienstag dem 01. Juli 2008 war ich bei den 16. Lokalrundfunktagen in Nürnberg, veranstaltet vom BLM (mit beeindruckender Live Berichterstattung!). ich halte die Entwicklung von Lokalen bzw. regionalen Medien für extrem spannend mit vielen bisher ungenützten Potentialen aus meiner Sicht gab es einiges Interessantes zu hören und zu sehen.

Schon bei der Preisverleihung gab es einige Lacher für den Film "Tödliche Verbindungen" der ausgezeichnet wurde. Der Film handelt von einem realen Kriminalfall der TV-Krimi Stadt Bad Tölz aus den 70er Jahren, bekannt unter dem "Tamponmörder". Eine Frau wurde damals durch einen mit Zyankali vergifteten Tampon umgebracht. In dem Film hatte auch Ottfried Fischer eine kleine Gastrolle indem er einen dicklichen Jungen synchronisierte der um jeden Preis Polizist werden will und damit seine spätere Bestimmung vorweg nimmt.

Ein anderer Sieger war Radio Megahertz 8 / Ansbach. Die entwickelten ein Radioformat über 50 Folgen (im Wochenrhythmus) an dem die User fleissig mitgeschrieben haben - insgesamt 2.000 Einsendungen. Dieses wurde crossmedial im Web und vertont im Radio wiedergegeben.

Das zeigt schon eine Richtung - Partizipation, Involvement, User generated Content und das Web allgemein spielte heuer eine große Rolle. In einem Panel diskutierte man zum Beispiel "Bewegte Bilder im Netz - Lokal TV zwischen Streaming und Online Portalen". Sehr interessant skizzierte Thomas Gerlach/Leiter Online Medien von nordbayern.de die Entwicklung in seinem Haus, die sehr schrittweise und iterativ erfolgte. Ganz offen das Bekenntnis nicht mit "Fernsehen" konkurrieren zu wollen "denn das könne man nicht". In die selbe Kerbe schlug Stefan Tschandl/Redaktionsleiter von salzburg24.at (ein Produkt der vol.at Gruppe) und betonte das "breaking news" element Ihrer Bewegtbildberichterstattung. Salzburg24.at braucht im Schnitt keine Stunde vom Dreh auf die Plattform und verzichtet bewusst auf aufwändige Bearbeitung zugunsten von Geschwindigkeit.

"Das Internet ist der größte Spartenkanal der Mediengeschichte"

Damit ließ Klaus Ebert von Axel Springer Digital TV aufhorchen. Verwundert hat mich seine Aussage "Videos im Netz sind eine extrem teure Angelegenheit" - meiner Information nach, war die Produktion und Verbreitung von Bewegbildinhalten noch nie so günstig! Zustimmen kann ich Ebert in der Aussage "das Mediennutzungsverhalten wird uns zur automatisierten Vermarktung zwingen" und dabei war "Google" in seinen Augen ganz deutlich zu lesen ...

Thomas Gerlach von nordbayern.de schloß damit: "Es geht nicht um Refinanzierung sondern um den Aufbau von Reichweite. Es geht darum das zu schaffen, was wir vor 50 Jahren lokal im Print geschafft haben."

Es fragt sich nur ob dieser Zug nicht schon abgefahren ist?

Wenig beachtet und von mir angesprochen wurde das Thema der veränderten Verbreitungsmechaniken, des Themas Content Distribution und der damit verbundenen Anforderung des back channelings - so wie wir es zB erfolgreich für BMW im Projekt bmw-web.tv gemacht haben.

Radio 2.0

Ein "XYZ 2.0" durfte natürlich nicht fehlen. Web 2.0, Communities, Social networks - wo liegt da die Zukunft des Radios? Pat Welsh von der Pollack Media Group in Kalifornien brachte unweigerlich Skyrock als erfolgreiches Beispiel. Skyrock hat laut aktuellen Comscore Daten 74% des französischen social networks traffics. Facebook im Gegensatz dazu rund 10%! Er zeigte und erklärte aber auch Anwendungen wie twitter, meebo oder kyte und wie diese für Radios eingesetzt werden können. Schönes Beispiel war die Anwendung von kyte.tv bei power106.fm:



Wolfgang Struber, GF von Radio Arabella aus Österreich präsentierte den erfolgreichen Case herzflimmern.at als erfolgreiches Radio/Community Format mit über 2 Mio Page Impressions / Monat laut ÖWA!

Interessant auch Rockantenne.de ein junger digitaler Sender der im FEB 2008 an den Start ging und heute schon in seiner Community 2.500 User, 10.000 Leser und über 100.000 Beiträge hat. Weiters betreibt man einen YouTube Channel, hat einen LastFM Account, nutzt Google AdWords oder MrWong. Der Traffic der über Suchmaschinen kam konnte so von 3% auf 25% binnen eines Quartals gesteigert werden. Wie wir aus den USA wissen sollte hier ein Wert von über 60% das Ziel sein.

Alles in allem ein interessanter Tag - was jedoch offensichtlich ist, es gibt einiges zu tun und das ist ein sehr spannender Markt für Knallgrau!
Dieter Rappold   Kommentar verfassen
Matthias Möller (Gast) meinte am [2. Jul, 09:26]
Lokale Inhalte - ein großer Long Tail Markt
Ich kann nur beipflichten: Der lokale Markt ist ein sehr spannender - weil das Bedürfnis der Menschen nach lokalen Informationen, nach dem, was in Ihrem direkten Umfeld passiert, sehr groß ist.

Der lokale Markt ist allerdings sehr stark fragmentiert, da es ja nicht nur um die Großstädte geht.
Denn in Deutschland leben die meisten Menschen in Kleinstädten. Allein rund ein drittel Leben in Städten zwischen 10 und 50 Tausend Einwohnern. Das heißt, dass es da sehr viele Communities gibt, die alle unterschiedliche Informationsbedürfnisse haben.
Mit myheimat.de betreiben wir eine Bürgerjournalistenplattform für lokale Inhalte, mit der wir schon in Bayern, Niedersachsen und Hessen in Zusammenarbeit mit lokalen Verlagen auch die Inhalte der Menschen im Print abdrucken.
Das Wachstum und die Begeisterung der User auf der Plattform zeigt, dass hier ein sehr starkes Bedürfnis bedient wird. 
Dieter Rappold antwortete am [2. Jul, 10:15]
Hi Matthias! Da stimme ich mit Dir überein. Gerade die historisch gewachsene Struktur in Deutschland unterstützt dieses globale Phänomen enorm. Ich denke auch, dass myheimat.de einen guten Job macht ... ich glaube aber an eine sehr diverse heterogene fragmentierte Landschaft. Spannend ist wie hier die Kompatibilitäten aussehen. Schlimm wäre es wenn Silos geschaffen werden. 
Matthias Möller (Gast) antwortete am [3. Jul, 09:10]
Von Silos und geschlossenen Anstalten
Hi Dieter,
auch dem kann ich nur zustimmen: geschlossene Silos, die sich nach aussen so gut es geht abschirmen, werden nicht funktionieren. Denn ich halte es für unrealistisch, dass EIN anbieter ALLE bedürnisse in der fragmentierten bedürfnislandschaft (im regionalen aber m.e. auch anderen medienbereichen) erfüllen kann.
Offenheit und Kompatibilität sind der Schlüssel zu einem guten Angebot.
Ein lesenswerter Artikel der letzten Tage kommt zu dem Thema auch von Jeff Jarvis:
http://www.guardian.co.uk/media/2008/jun/30/digitalmedia 

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@Oliver
Hier die URLs aus dem Blogpost: http://blog.wie nenergie.at http://www.fa cebook.com/WienEnergie ht tp://twitter.com/wienenerg ie und ...

[Oliver (Gast) - 02.08.]
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