 |
[26. Jun, 20:13] |
Der erste Tag ist vorüber und ich bin müde von dem vielen Input. Was ist davon geblieben? Die Einleitung machte nachdenklich. Freiheit ist ein Zustand den wir alle anstreben und doch haben wir so große Probleme damit. Freiheit heißt auch Absenz von Struktur, Plan, vorgegebenem Ziel - das reduziert Orientierung, Sicherheit, das macht vielen Menschen Angst.
Ist Freiheit nicht besonders interessant, wenn sie Grenzen hat, die es auszuloten gibt? Und wir allen wollen, wollen, wollen - ironischerweise wäre ja Freiheit frei zu sein vom wollen? Ist Freiheit wirklich nur eine Situation in der wir nichts zu verlieren haben? Oder ist Freiheit ein Konzept von "flow". Easy comes, easy goes, the more you give, the more you get, Make/Take, Get/Give, Share/Live ...
Share your free shit
Unter diesem Motto erzählte Howard Rheingold einige spannende Dinge wie die Idee von "emergent collective response" einem Konzept das vor allem im Kontext von Naturkatastrophen eine große Bedeutung haben kann. Dabei entsteht kollektives Feedback aus einer Betroffenheit heraus. Dies war früher lokal begrenzt und ist heute global möglich. Als Beispiel wurde unter anderem der Fall "Search for Jim Gray" einem Microsoft engineer angeführt. Tausende Menschen erledigten freiwillig und selbstorganisiert Millionen Tasks innerhalb weniger Stunden nach dem Verschwinden von Jim Gray um Ihn wieder zu finden.
Ein anderes interessantes Konzept ist "Leverage the self interest". Was bedeutet das?
Leverage Self interest - ein Praxisbeispiel
1. Ich verlinke eine Quelle in einem Blogbeitrag weil ich Mehrwert für meine Zielgruppe schaffen möchte - das ist mein Interesse.
2. Google nimmt die Summe dieser Verlinkungen und generiert daraus relevante Suchergebnisse.
3. Und Google macht Milliarden mit der Vermarktung der spezifischen Aufmerksamkeit generiert durch relevante Suchergebnisse!
Das heißt ein tiefes Verständnis von Kooperation und kollektiver Aktion kann massiv helfen um neue bahnbrechende Businessmodelle zu entwickeln.
Get famous - then get rich
Danach war ich in einem Track mit Alper Cugun von tipit.to der interessante Fragen zur Nachhaltigkeit von Businessmodellen stellte die auf "free" basieren. Als Beispiel brachte er ein Lokal in Kalifornien wo jeder zahlt was er will - vergleichbares gibt es auch in Wien mit dem Deewan! Er zeigte auch die große Problematik für die Bereiche Musik/Content/Software auf. Es gibt von allem im Überfluß - warum im voraus bezahlen, wenn ich nicht weiß ob es gut ist? Ich muß als Anbieter vorher versuchen "Mindshare" zu bekommen bevor ich einen "share of the money" bekomme. Das heißt wir müssen zuerst berühmt werden und erst dann reich?
Ein anderes Beispiel dazu findet sich in einem Wired Artikel von Chris Anderson zum Thema free - eine brasilianische Band die gratis Ihre CDs verteilt und dadurch ausverkaufte Konzerte erzielt. Der internationale Trend der Superstars weg von Labels hin zu Veranstaltern zu gehen zeigt hier interessante Parallelen.
Free the Battery humans
Die Session von Lee Bryant/headshift war wie erwartet hervorragend. Ich bin da auch ein wenig "biased" denn Headshift ist eines jener Unternehmen mit dem ich verdammt gerne gemeinsam ein Projekt machen würde - denn Lee und sein Team ist großartig und würde unsere Arbeit auf der Consulting Ebene perfekt ergänzen.
Lee ging es darum den Menschen aus alten und starren Denkmodellen und "Legebatterien" zu befreien. "Freedom comes in bubbles - it is fragile and can disappear" daher ist die Frage wie wir neu errungene Freiheiten und Werte kodifizieren können um sie dauerhaft durchzusetzen. Ohne den Fehler zu machen das System über den Menschen zu stellen (als Lesetipp dazu Milan Kunderas "Der Scherz").
Unsere heutige Arbeitswelt ist noch erschreckend stark geprägt von den Ideen eines Max Weber und Frederick W. Taylor und das gilt für Enterprise IT umso mehr. Das Militär ist den Unternehmen einmal mehr voraus und hat in seinem Fokus schon längst von "Masse" auf "Netzwerk" gedreht. Doch die große Chance liegt in der "consumerisation of Enterprise IT". Möglichkeiten die vor 15 Jahren nur Unternehmen für Millionen offen standen kann heute jeder einzelne beinahe gratis nützen. Doch worum geht es, was wollen wir damit erreichen?
1. Mehr Effizienz, Optimierung der "bottom line"
2. Bessere Arbeitsplätze, glückliche Arbeitnehmer (War for talent!)
3. Unternehmen als verantwortungsvolle "Global Citizens" etablieren
Taylorismus ist schlicht und einfach viel zu teuer in einem komplexen, dynamischen globalen Markt. Sehr genial war auch der Vergleich von Lee zum Thema Social networks - diese können in Verbindung mit weak ties ein Immunsystem eines Unternehmens wirken.
Am Ende des Tages geht es darum Unternehmen zu helfen Gesprächsfähigkeit mit Ihrem weiteren Umfeld herzustellen. Das erreichen wir indem wir Empathie über ein wechselseitiges Verständnis für die Herausforderungen die wir alle haben aufbauen.
Participatory Media
"When everybody owns a press, what is journalism" fragt Dan Gilmor in seinem Vortrag. Jedenfalls gibt es Puzzleteilchen von Content die plötzlich ein Teil eines journalistischen Ökosystems sind, ohne das dahinter ein Journalist oder ein journalistisches Motiv steht (wie die Bilder vom Anschlag auf die Londoner UBahn).
Dan erzählte enorm viel über die neuen Formen von Journalismus die im Entstehen begriffen sind. Vor allem werden Medien heute durch eine Dimension massiv ergänzt, nämlich durch Conversation, Gespräche. Diese beginnen vor allem mit: Zuhören.
Etwas, so Gilmor selbstkritisch, wofür Journalisten nicht gerade berühmt sind. Er bringt die Veränderung in der Rolle des Journalisten folgendermaßen auf den Punkt: From Oracle to Guide.
Eine Metapher die ich hervorragend finde! Ein Journalist weiß nicht alles, aber seine Sichtweisen, seine Interpretationen können Mehrwert liefern. Es gab nie eine bessere Zeit um journalistischer Innovator zu sein, da gebe ich Dan vollkommen recht. Die spannendsten zwei Beispiele die er zeigte waren aus meiner Sicht:
1. Map your most hated Potholes
2. Tunisian Prison Map - investigative Citizen Journalism
3. Faces of the fallen - Database Journalism
Alles in allem sehr dicht. Sehr spannend. Danke für die Inspiration! |
|
Letzte Aktivitäten
[Manuel Zechner - 30.08.]
Make Up und Video im BIPA Tutorial ...
Das schönste und gleichzeitig schwierigste bei der Arbeit mit sozialen Medien ist es, über die Grenzen ...
[Banu Bikeev - 20.08.]
15. Deutscher Trendtag: Flow.Control. ...
Der fortwährend bestehende Kommunikationswandel hat für neue Begriffe gesorgt, die auch die Arbeit mit ...
[Dieter Rappold - 16.08.]
Alexander Johmann und die Integration ...
Seit vergangenem Oktober 2009 haben wir die Chance uns mit dem spannenden Thema der Integration von 2 ...
[Michael Schmidt - 02.08.]
@Oliver
Hier die URLs aus dem Blogpost:
http://blog.wie nenergie.at
http://www.fa cebook.com/WienEnergie
ht tp://twitter.com/wienenerg ie
und ...
[Oliver (Gast) - 02.08.]
url
hast du die url dazu?
[Petra Koestinger - 28.07.]
Hotel Edelweiss: Tourismus-Unternehmen ...
Immer mehr Tourismusregionen, Reiseveranstalter und Hotelketten drängen sich auf Facebook. Wie aber können ...
|
m
Vielen Dank für die Blumen, es freut mich sehr, dass dies gehört und geschätzt wird ...
lg, Dieter